Am dritten #bärenhunger Brunch im September 2016 haben wir den Faden abermals weitergesponnen: Der Spirit von Bern braucht WahlbernerInnen!

24

September

09 30 Uhr

Adriano's Bar & Café

#bärenhunger Brunch vom 24. September 2016

“Ich habe die Schweiz immer als Land mit vielen Komplexen empfunden. Es ist kein selbstherrliches Land, in dem alle das Gefühl haben: Wir sind die Besten. Natürlich gibt es Leute, die stolz sind, aber es gibt auch viele Fragen, viel Kritik, viel Verunsicherung. Die Schweiz ist alles andere als ein Sonnenstaat. Es ist ein Land, das ständig mit sich hadert und viel mit sich selber auszumachen hat (…). Das macht die Schweiz letztlich ­sympathisch.” (Daniel Levy)

Es diskutierten Dominik Elser, Stefan Bodenski, Béatrice Wertli und viele mehr.

 

Am 24. September 2016 haben wir den Faden des #bärenhungers abermals weitergesponnen. Gemeinsam hatten wir bereits im Vorfeld festgestellt: Stolz auf Bern gehört sich nicht. Vielmehr sind wir dankbar. Wir verspüren Demut gegenüber einer städtischen Gemeinschaft mit langer Geschichte, tief greifenden Wurzeln und gleich hohen Häusern. We are family. Wir sind zufrieden. Manchmal selbstzufrieden. Auf jeden Fall etwas behäbig. Mau luegä!

Zweifel kamen auf: Können wir denn nicht doch stolz sein auf unsere Stadt? Und wo ist unser Mut, unser Hunger? Entschlossenheit und Ambition müssen her, vorwärts muss es gehen. Zielstrebig, beweglich und ausdauernd! Wir können es nicht allen recht machen. Wir dürfen nicht hören auf die, die immer gleich maulen. Auf zur neuen Berner Rücksichtslosigkeit! Und zwar chli tifig.

Im Frühling und Sommer fragten wir uns: Ist das unsere Berner Identität? Bescheiden und mutlos? Zufrieden und doch heimlich unzufrieden, weil wir doch eigentlich brüllen wollen wie ein junger Bär? Kurz: Bern ist gehemmt. Wir haben Hemmungen vor Leuten zu singen. Hemmungen unsere Nachbarn zu verärgern. Hemmungen ein Poster zu überkleben. Hemmungen einfach mal zu machen. Stinkfräch!

Nicht so unsere eingeladenen WahlbernerInnen. Sie bringen Mut, Hunger und Ambition in die Stadt. Sie lassen Stolz durchschimmern, ja aufblitzen! Stolz auf die Schönheit der Stadt und die Berner Lebensqualität. Das zeigt man seinen Gästen gern. Und doch: Ein Hauch Berliner Luft täte hin und wieder schon ganz gut. Frei nach Bodenski: „Seid mutig, macht einfach!“

Die Menschen in Bern bilden eine Familie. Eben: We are family. Die Berner Familie ist stark nach Innen und zaghaft nach Aussen. Eine Familie ist doch kein Unternehmen, kein Unicorn! Du sprichst kein Berndeutsch? Lue, dert isch d’Tür. Aber: „Wenn man rein will, kommt man rein“ (Béatrice Wertli). Es braucht halt ein bisschen Geduld. Numä nid gsprängt. Einmal drin gibt es aber wenig Hierarchien, kurze Wege und eine hohe Zugänglichkeit.

Die grosse Berner Beweglichkeit also! Aber auch lauernde Gefahren. Es droht die schleichende Anpassung, die Entschleunigung: endlich zufrieden werden. Selbstzufrieden! Wer unzufrieden ist möge entscheiden: Der komische Kauz der Familie werden? Das schwarze Schaf? Wegziehen? Zürich ist weit, Genf im Ausland, Berlin auf dem Mond.

Erklärt die Geschichte den Spirit von Bern? Unsere Hemmungen? Unsere Komplexität zwischen Angst und Potenzial? Berner Patrizier wollten Land. Sie wollten es bewirtschaften und den alten Werten treu bleiben. Doch die Patrizier sind weg – 1980 starb die Letzte: Madame de Meuron. Landwirtschaft wurde uncool. Was bleibt dann noch vom einst grossen Bern? Wenig: „Mich hat überrascht, dass die Berner überrascht waren, keine Schweizer Metropolitanregion zu sein.“ (Dominik Elser)

Wir brauchen einen neuen Spirit. Einen Spirit, der auf unserer Berner Geschichte aufbaut. Bern bleibt auf der Couch. Der #bärenhunger bleibt. Damit Bern in Zukunft noch mehr zur Stadt der Brücken, der Lebensfreude, der Menschen wird.

#bärenhunger

 

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