Am ersten #bärenhunger à table im Sommer 2016 griffen wir die Idee der Foodstadt Bern auf. Es war ein Festessen!

27

August

18 00 Uhr

Matte Bern

#bärenhunger à table vom 27. August 2016

Es referierten Ursula Wyss, Raphael Pfarrer, Mirko Buri und ausgewählte Produzenten.

Beim ersten #bärenhunger à table am 27. August 2016 wollten wir Ernährung auf allen drei Ebenen – Körper, Geist und Seele – erlebbar machen: sinnliche Geschmackseindrücke, kulinarisches Wissen und ein Gefühl dafür, dass Nahrung für den Kreislauf des Lebens steht. Deshalb haben wir in einem charmanten Industrieraum in der Berner Matte regionale und innovative Produzenten aus Bern an einem nachhaltigen Anlass zusammen gebracht und daraus ein gemeinsames Mahl entstehen lassen.

Mirko Buri hat das Zusammenstellen der verschiedenen Gänge mit den von den Produzenten gelieferten Produkten übernommen und für unsere 50 Gäste ein Festmahl zubereitet. Der Küchenchef und sein Team sind grosse Verfechter der 'No-Food Waste'-Philosophie und achten auf die Regionalität und Saisonalität der Lebensmittel sowie auf deren nachhaltige Produktion.

 

Die Gäste des ersten #bärenhunger à table erfuhren mehr über die Ideen, Erzeugnisse und Herausforderungen der ausgewählten Produzenten. Spannende Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erläuterten den Gästen in kurzen Gesprächen grundlegende und aktuelle Erkenntnisse über Ernährung in Bern und darüber hinaus. Es wurde deutlich: Grossmütter sind zentral für die Vision der Foodstadt Bern – damit Bern ist, was es isst. 

Das #bärenunger Team dankt nicht nur Mirko und seiner tollen Crew, sondern auch dem Biohof Heimenhaus, bioloco, Flaora vom Hof Niederried im Emmental, den Käsepäpsten von Jumi, der Gelateria di Berna, dem Demeter-Weingut Cru de l’hôpital und dem Sirupier de Berne.

#bärenhunger

Erste Skizzen und Gedanken zur Foodstadt Bern

 

Es gibt Einsichten, die so essentiell sind, dass sie sich auf einen einzigen Gedanken reduzieren lassen. ‚Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist’ gehört dazu. Leider fällt das Urteil über uns im besten Fall zwiespältig aus: wir lieben zwar gutes Essen, doch geht unser Ernährungsverhalten oft zu Lasten unserer Umwelt. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern ein Problem, dessen Tragweite wir aufgrund der Komplexität des globalen Ernährungssystems kaum zu spüren bekommen.

Wir sind der Auffassung, dass Essen und Trinken nicht nur das körperliche, geistige und spirituelle Wesen des Menschen zum Ausdruck bringen, sondern auch zu den elementaren Herausforderungen und Voraussetzungen einer nachhaltigeren Zukunft gehören – ein Thema, das heute in allen Gesellschaftsschichten viel diskutiert wird und höchste Relevanz hat. Deshalb wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass Bern eine echte Foodstadt wird! Denn wir sind was wir essen und trinken.

Verschiedene Erkenntnisse aus drei zentralen Bereichen – Mensch, Gesellschaft und Umwelt – belegen, dass Bern für die Realisierung dieser Vision beste Voraussetzungen mitbringt:

  • Erstens fühlen viele Bernerinnen und Berner eine starke Verbundenheit mit der Region und ihrer Heimat. Wir pflegen in Bern eine Kultur der Gemütlichkeit und messen Genuss und entspannter Lebensfreunde einen hohen Stellenwert bei.

  • Zweitens arbeiten und wohnen in der Schweizer Hauptstadt auch viele politische Entscheidungsträger und hochqualifizierte Mitarbeitende der Verwaltung. Die Berner Fachhochschule ist stark in den Agrar- und Lebensmittelwissenschaften präsent. Und es gibt neben traditionellen und identitätsstiftenden Anlässen wie dem Berner Märit auch zunehmend junge Gastronomen, die etwas ausprobieren oder bewegen wollen.

  • Drittens und letztens bringt auch unsere regionale Umwelt beste Voraussetzungen mit. Es gibt mit den Ebenen und Seen des Seelandes, den Hügeln des Emmentals und den Bergen des Berner Oberlandes mindestens drei einzigartige und komplementäre Kulturlandräume um die Stadt Bern herum – eine fantastische Vielfalt!

Wir sind deshalb überzeugt, dass Bern Foodstadt werden könnte – ja müsste. Darunter verstehen wir ein ganzheitliches System, dass Mensch, Gesellschaft und Umwelt berücksichtigt. Es geht nicht nur um die Gastronomie oder die Bauern, sondern um ein ganzes regionales Ökosystem, dass bereit ist für Einflüsse von aussen und Einfluss nach aussen. Es geht uns um ein Selbstbewusstsein, eine Marke und einen vielfältigen und gesunden Lebens- und Kulturraum.

 

Auf dem Weg zum Ziel braucht es jedoch bedeutende Anstrengungen:

  • Erstens können wir Bernerinnen und Berner im Kern zwar so bleiben wie wir sind, doch müssen wir einige Hemmungen ablegen und mehr Mut, Ambition und Radikalität entwickeln. Den Mut, uns zu positionieren. Die Ambition, durch Kreativität und Innovation etwas Einzigartiges zu schaffen. Und die Radikalität, das Ziel mit einem #bärenhunger gegen alle Wiederstände zu verfolgen.

  • Zweitens müssen sich Politik, Bildung und Wirtschaft auf eine gemeinsame Vision Berns als Foodstadt einstimmen und abstimmen. Es geht darum, dass die öffentliche Hand optimale Rahmenbedingungen für ein kulinarisches Bern schafft – zum Beispiel durch die Förderung neuer und noch besserer Produktions- und Distributionskanäle. Es geht darum, dass die Forschung in standort- und zukunftsrelevante Bereiche investiert. Und es geht darum, dass wir das wertvolle Wissen unserer Grossmütter nicht verloren gehen lassen!

  • Drittens ist eine nachhaltige Bewirtschaftung der Umwelt zwar die unentbehrliche Basis, doch gilt es darüber hinaus auch, die Profile der Stadt, des Seelandes, des Emmentals und des Berner Oberlands zu schärfen, miteinander in Beziehung zu setzen und nach aussen zu kommunizieren. Einheitsbrei und Stadt-Land-Graben waren gestern.

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